Produktbeschreibung Bagatellen für Akkordeon und Klavier Kommunikation ist, meines Erachtens nach, sowohl im zwischenmenschlichen Bereich als auch in jeder Form künstlerischen Ausdrucks von essentieller Bedeutung. Je intensiver und subtiler Kommunikation möglich wird, desto größer und tiefer wird das Verständnis, das Erleben und die Verbundenheit der miteinander Kommunizierenden. Die feinste Kommunikation kann sogar zu einer vollkommenen Identifizierung, „Verschmelzung in das Eine“ führen. Die Bagatellen stellen aufgrund der Gegensätzlichkeit der beiden Instrumente eine „Übung“ im Miteinanderkommunizieren dar. In den beiden ersten Sätzen spiegeln sich die Instrumente im „Gegensätzlichen“, doch nach und nach findet im Laufe des Werkes (3. & 4. Satz) ein “sich-annähern” bis zur vollkommenen Verschmelzung zu einem „einzigen Musikinstrument“(„Klaviordeon“?) statt. Die Bagatellen sind im Auftrag von Stefan Hussong entstanden, mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden–Württemberg in Stuttgart und sind Mika Yamada und Stefan Hussong gewidmet. Elegia per Hugo für Akkordeon Im Jahr 1993 komponierte ich (im Auftrag des slowenischen Rundfunks) „Sinfonia Concertante“ für Flöte, Oboe, Klavier und großes Orchester. Vertieft in diese Arbeit, erfuhr ich vom Akkordeonisten Stefan Hussong, dass man den 50ste Geburtstag Hugo Noths gemeinsam feiern möchte. Zu diesem Anlass sollte ich zu Ehren Noths ein kurzes Stück komponieren; ich hätte zwei Tage zur Verfügung, falls mir irgendetwas einfallen sollte. Ich entschloss mich, das „Hauptthema“ aus dem I. Satz der Sinfonia zu verwenden, um ein kleines, sanftes Stück für Hugo zu schreiben. Es gelang mir, innerhalb eines Tages die Elegie zu beenden, so dass der Jubilar das Stück noch rechtzeitig zum Hören (aufgeführt von seiner damaligen Studentin Christine Pathe) bekam. Die Elegie schien dem Maestro Noth zu gefallen, da er selbst danach eine reizende Version für Viola und Akkordeon ins Leben rief und auch eine Kontrabass–Akkordeon–Bearbeitung schuf. Die Elegie ist eine zweistimmige Meditation, die durch den tiefen Orgelpunkt (mit Tesafilm geklebter Knopf) permanent unterstrichen wird, wodurch ein „spektraler Klangraum“ entsteht. SPIN für Akkordeon Als ich im Jahr 2000 anfing, im Auftrag Stefan Hussongs, das „Concerto fluido“ zu komponieren, wusste ich nicht, dass nicht weniger als 5 Versionen dieses Werkes (oder eines Teils des Werkes) für verschiedene Besetzungen entstehen würden. Das fluide musikalische Material, das ursprünglich aus einer Improvisation stammte und anschließend strukturiert, systematisiert und kompositorisch ausgearbeitet wurde, hat mich drei Jahre lang buchstäblich gefesselt. Eine Art interaktiver Beziehung vereinte diese fünf Werke. Beim Komponieren des „Septetto fluido“, das nach „Concerto fluido“, „Trio fluido“, „Spin“ für Akkordeon und „Piano fluido“ für Klavier entstanden ist, kam ich zu neuen Ideen, die das musikalische Material so viel weiter profiliert haben, dass ich sowohl „Concerto“ wie auch „Trio“ noch einmal rekomponieren musste. Die neue Fassung dieser beiden Werke hat wiederum zu kleinen „kosmetischen“ Verbesserungen des Trios und Septettos geführt, worauf sämtliche Korrekturen des „Piano fluido“, wie auch „Spin“ für Akkordeon erfolgten. Damit war dieses „Work in progress“ wohl abgeschlossen. Die Veränderungen führten logischerweise nicht zur „Unifikation“ der Werke, sondern, ganz im Gegenteil, zu deren Differenzierung; die Korrekturen des jeweiligen Werkes entwickelten das musikalische Material in unterschiedliche Richtungen. Allen Werken blieb jedoch folgender Gedanke zu Grunde: Alles, was in unserer dreidimensionalen Welt existiert, ist dialektischen Gesetzen unterworfen. So hat alles, was es gibt, einen komplementären Gegensatz. Das scheint alle Bemühungen um Gerechtigkeit zu relativieren, da gleichermaßen die Kräfte am Wirken sind, die das Gegenteil anstreben (Es leuchtet ein, dass es auch umgekehrt möglich ist). Aus diesem Aspekt heraus basiert das musikalische Material auf einer freien, fluiden, in sich selbst »ständig verendenden« Struktur, die sich lebhaft entfaltet, bevor sie in ihren Gegensatz, einem streng geführten Quasi-Doppel-Unisono (im Hintergrund) mündet. Vier rhythmische Formeln, accelerando, rallentando, eine Konstante (gleichmässiger Puls) und eine freie (ad libitum) Struktur kontrapunktieren und transferieren miteinander. Die Synthese (Summe) dieser Vorgänge verkörpert die rhythmische Struktur jeder einzelnen Stimme des II. Satzes, die sich permanent aufsteigend bewegt. In einer imitierenden Anhäufung prallen sie auf die absteigenden Kontramelodien, die das dialektische Gegengewicht belegen. Dieses Kollidieren der Gegensätze löscht sich irgendwo in der Mitte aus, wo alles für eine Weile still bleibt... Von da ab nehmen die Abweichungen zu. „Spin“ für Akkordeon ist eine eigenständige Komposition, die dem zweiten Satz des „Piano fluido“ entspricht und dem auch am nächsten verwandt ist. TANGOS I – V für Akkordeon und Klavier Die Bewunderung des Tangos Argentino liegt meinerseits nicht zuletzt an der Nostalgie und Provokation, die durch das unglaublich wechselhafte und lebendige musikalische Material permanent zum Erstrahlen kommt. Der Tanz selbst, der eine enorme choreographische Fantasie aufweist, bringt einen wegen der bezaubernder Technik der Füße und Beine richtig in Schwingung. Der Tango Argentino eroberte die Welt. Das geschah dank Astor Piazzolla; der geniale "Vater des Tango Nuevo" machte diese Musik dermaßen attraktiv, dass er Mitte der 80er Jahre das allgemeine Interesse für den beinahe in Vergessenheit geratenen Tanz im Sturm gewinnen konnte. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich je ein Tango schreiben werde. Es war der exzellente Akkordeonist Stefan Hussong, der mich danach fragte. Zunächst wollte ich es nur versuchen. Ich improvisierte ganz spontan und nahm die Improvisationen auf. Ich habe fünfmal "dasselbe Stück" improvisiert und wollte aus der besten Version ein Tango-Stück konzipieren. Erstaunlicherweise waren die Versionen aber so unterschiedlich und interessant, dass ich mich entschloss, alle fünf auszukomponieren, und zwar in derselben Reihenfolge, wie sie auch improvisiert worden sind. Die Tangos komponierte ich in Erinnerung an den großen Meister Astor Piazzolla, für Akkordeon und Klavier (Pianistin Mika Yamada und Stefan Hussong gewidmet) und für zwei Klaviere. Die Tangos III bis V verfasste ich ebenfalls für Akkordeon solo. Whose Song für Akkordeon Nach dem ersten Kontakt mit dem Konzertakkordeon durch den Interpreten Stefan Hussong stellte ich erstaunt und überrascht fest, welch ein enormes klangliches Potential in diesem Instrument steckt. Genau diese reizvollen klanglichen Möglichkeiten, die meines Erachtens bei keinem anderen Instrument zu finden sind, wollte ich mit meinem Stück ganz eindeutig und klar in den Vordergrund rücken, so dass jeder der drei Sätze sich mit einem für mich typischen klangtechnischen Phänomen des Instruments „erschöpfend“ auseinandersetzt. Dass sich dabei die Anforderungen an den/die Interpreten/in häufig an der Grenze des gerade noch Spielbaren bewegen, ergab sich eher als zwangsläufiges „Beiprodukt“ auf der Suche nach klangphänomenologisch eindeutigem Material. Whose song ist Stefan Hussong gewidmet. Künstlerbiographie Wolfgang Dimetrik (*6. Januar 1974 in Eibiswald/Steiermark) ist ein österreichischer Akkordeonist. Ersten Akkordeonunterricht erhielt er im Alter von sechs Jahren. Ab dem 11. Lebensjahr wurde Dimetrik am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium in Graz von Prof. Erwin Moder unterrichtet. 1991 bestand er die Aufnahmeprüfung an der Grazer Musikhochschule. Es folgte das Akkordeonstudium bei Gastprof. Mogens Ellegaard, James Crabb und Geir Draugsvoll. 1992 Abitur am Musikgymnasium Graz. Nach der Diplomprüfung 1996 wechselt Dimetrik an das Hermann-Zilcher-Konservatorium, Würzburg, in die Klasse von Stefan Hussong. 2001 Künstlerisches Diplom. 2003 Meisterklassendiplom an der Hochschule für Musik, Würzburg. Wolfgang Dimetrik ist ein bekannter Vertreter des Klassischen Akkordeons. Sein Repertoire reicht von der Interpretation barocker und klassischer Werke bis zur Wiedergabe moderner Originalliteratur für Akkordeon. Er ist Preisträger verschiedenster internationaler Wettbewerbe (VAMÖ-Wettbewerb Wien, Landesmusikschulwettbewerbe Graz, Deutscher Konservatoriumswettbewerb Nürnberg). Meisterkurse bei Geir Draugsvoll, Holland; Mie Miki-Schenk, Deutschland; Joseph Macerollo, Kanada. Wolfgang Dimetrik ist auch Pädagoge an der Berufsfachschule für Musik in Altötting. Neben Solokonzerten tritt Wolfgang Dimetrik auch als Kammermusiker auf, beispielsweise mit der musikFabrik Nordrhein-Westfalen, dem Neuen Ensemble Hannover, dem ensemble recherche, dem Ensemble Modern oder dem Ensemble SurPlus. - Mitwirkung an der Oper Frankfurt in Die Wände von Adriana Hölszky, unter der Leitung von Alfons Kontarsky.
- 2001 Uraufführung von Arnold Schönbergs Die glückliche Hand mit dem United Ensemble Berlin, Leitung Peter Hirsch.
- 2003 Uraufführung des Stücks Lied für Orchester von Jörg Widmann mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott.
- 2004 Uraufführung von Isabel Mundrys Gefaltete Zeit mit dem ensemble recherche und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Peter Rundel.
- 2007 Uraufführung von Christopher Brandts Sonata 332, Blumenstück.
- 2007 Uraufführung Marko Zdraleks Deux espace imaginaire.
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